Das Foto zeigt den landwirtschaftlichen Aussiedlerhof, auf dem ich von 1976 bis 1993 in meiner Kindheit und Jugend lebte. 1993 zog ich dann nach Sibbesse.

Es ist der so genannte “Redenhof”. Im Hintergrund des Bildes ist der Ort Bennigsen (mit “B”, nicht mit “W” am Beginn) zu erkennen, zu dem der Redenhof gehört. Bennigsen gehört wiederum zur Stadt Springe am Deister. Dieser Höhenzug ist ebenso im linken Hintergrund des Bildes erkennbar.

Ich nahm das Bild mit meiner Hobby-Drohne auf im Frühjahr 2026. Natürlich hat sich seit meiner Kindheit einiges auf dem damals noch landwirtschaftlich betriebenem Hof geändert.

Mein Vater war dort landwirtschaftlicher Facharbeiter. Meine Mutter Hausfrau. Für mich als kleinem Jungen war das Leben auf diesem etwas abgelegenen Hof wunderschön. So wie meine gesamte Kindheit und Jugend. Es waren die so genannten “einfachen Verhältnisse” in denen ich dennoch, oder eben gerade deshalb, glücklich aufwuchs. Diese waren immer an zwingende Sparsamkeit des Elternhauses geknüpft.

Meine Freunde kamen meistens zum Spielen zu mir, war es doch für kleine Jungs und ihren Spielfantasien vor einer digitalen Zeit recht abenteuerlich bei uns.

Der auf dem Bild erkennbar lange Weg bis nach Bennigsen umfasste die Hälfte meines täglichen Weges zur dortigen Grundschule. Diese lag insgesamt über 2 km von meinem Wohnhaus entfernt.
Seit der ersten Schulklasse fuhr ich täglich den nicht wirklich befestigten Feldweg mit dem Fahrrad zur Schule. Natürlich war der völlig unbeleuchtet. Und bei Regen aufgeweicht. Auch im Winter machte ich mich also täglich mit dem Kinderrad auf den Weg durch die dunkle Feldmark. Auch bei Sturm und Regen. Hinten im Ort wurde es ja besser für die zweite Hälfte des Weges.

Mit dem Blick eines recht kleinen Kindes erschien mir diese Strecke auf dem Kinderfahrrad als lang. Aber es musste ja. Also fuhr ich. Anfangs durch ein Elternteil auf dem Fahrrad begleitet. Nach meiner Erinnerung fuhr ich aber bereits im Verlauf der ersten Schulklasse überwiegend selbständig und allein.

Ein Auto hatten wir damals lange noch nicht. Ich konnte also nicht gefahren werden. Während der Schneekatastrophe 1978/1979 versanken auch wir im Schnee. Schulausfall? Weiß nicht mehr, allenfalls kurz! Mein Vater brachte mich mit dem Trecker zur Schule. Anders gings ja nicht.
Klagelied? Nein. Man kannte es ja nicht anders.

Ich bin aufgewachsen in der Natur. Als ich größer wurde und auch ein viel größeres Rad bekam, durchkreuzte ich an vielen Tagen schönen Wetters die gesamte Umgebung bis in die Wälder. Standortüberwachung der Eltern per Handy? Um 1980 herum? Ich muss jetzt nichts weiter dazu schreiben.

Aber schon als Grundschulkind erwachte in mir ein bis heute anhaltendes Interesse an der Natur. Ich erlebte sie einfach deutlich intensiver als die, die in den umliegenden Dörfern wohnten. Tierbestimmung, insbesondere die der heimischen Vögel faszinierte mich total. Eigentlich bis heute. Leider höre ich heute die bei manchen Vogelarten extrem hohen Töne nicht mehr. Aber optisch bestimmen kann ich immer noch recht viele Vogelarten.

Und ich erlebte die damalige Form der Landwirtschaft. Klar durfte ich auch schon als Junge auf dem Acker einen Trecker fahren. Das war toll.

Ich erlebte aber auch die vollkommen logische Notwendigkeit der Abläufe in der Landwirtschaft, die von den zwangsläufigen Abläufen des Ackerbaus vorgegeben sind. Bei Saat und Ernte und allem Drumherum stand mein Vater eben bei tauglichen Wetterlagen bereit. War ja klar. Geht ja auch nicht anders. Wenn Erntezeit ist und der Weizen vom Feld muss im Hochsommer, dann geht das eben vor allem dann, wenn die Wetterlage es zulässt. Urlaub, “Magen/Darm” oder ein sonstwie begründeter „Gelber Schein“ ist dann einfach nicht.

Auch dieses in der Kindheit geprägte grundsätzliche Verständnis für die Landwirtschaft ist bis heute geblieben. Habs ja in den damaligen Verhältnissen selbst erlebt. In meiner heutigen Amtsführung ist mir das wertvoll, denn es gibt wie an so vielen anderen Dingen im Leben auch ebenso bei Berührung mit der Landwirtschaft manchmal unterschiedliche Interessen. Und da ist es hilfreich, wenn man sich stets die Positionen aller Seiten anhört. Immer! Wenn man mit den jeweiligen Menschen offen spricht, findet man oft Zugang zu Informationen, die man selbst vorher nicht hatte und welche die Position der anderen Seite verständlicher machen. Mit Automatismus ist erstmal niemand im Recht. Keine der Seiten.


Ich fühle Sibbesse als meine Heimat. Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels lebe ich hier seit 33 Jahren, also mehr als die Hälfte meines gesamten Lebens. Meine Kindheit und Jugend auf dem Bauernhof dort am Deister war schön und prägend. Bis heute. Ich erinnere mich sehr gern an sie zurück und lebe heute sehr gern in Sibbesse.